Fendi Peekaboo ISeeU Tasche Inner Beauty Frühjahr/Sommer 2026 von Maria Grazia Chiuri. Text von Eleonora de Gray, Chefredakteurin von RUNWAY ZEITSCHRIFT. Foto mit freundlicher Genehmigung: Fendi.
Maria Grazia Chiuris Rückkehr zu FENDI: Ein fulminantes Comeback mit den „Inner Beauty“-Taschen
In einem der unerwartetsten Schritte des Jahrzehnts kehrt Maria Grazia Chiuri zu FENDI zurück – nicht aus Nostalgie, sondern als Provokation. Nach einer turbulenten Zeit bei Dior, geprägt von feministischen Parolen und ästhetischer Zurückhaltung, kehrt Chiuri als Chief Creative Officer zu dem Modehaus zurück, in dem ihre Karriere begann. Und sie geht nicht zimperlich vor. Sie bricht los.
Bevor Chiuri im Februar dieses Jahres in Mailand ihre erste vollständige Kollektion für Herbst/Winter 2026–2027 präsentierte, gab sie bereits eine unmissverständliche Vorschau: Peekaboo und Baguette Capsule Collection Frühjahr/Sommer 2026Diese Taschen sind nicht einfach nur Accessoires – sie sind ein Akt der Rückeroberung. Ein Akt der Handwerkskunst. Ein Akt der Verspieltheit. Ein Akt der Stärke. Sie markieren einen endgültigen Bruch mit der sterilen Überintellektualisierung, die ihre Zeit bei Dior prägte. Und ja – sie sind genial.
Seien wir ehrlich. Dior war ein Käfig – genäht aus beigefarbenem Tüll, hochtrabenden Marketingfloskeln und unausgereiften Couture-Ideen. Chiuris Kollektionen dort wirkten oft wie PowerPoint-Präsentationen zum Thema Empowerment. Ihre Taschen hingegen? Schon immer ihre Stärke. Und nun, befreit von der Last des Dior-Erbes und beauftragt, FENDI neues Leben einzuhauchen, spricht sie endlich eine klarere, kreative Sprache. Und diese ist bestickt, paillettenbesetzt und voller Leben.
Die Peekaboo-Renaissance: Innere Schönheit neu gedacht
Die 2009 entworfene Peekaboo-Tasche steht seit jeher für Dualität – außen und innen, Eleganz und Verspieltheit. Chiuri hat diese Idee jedoch weiterentwickelt. Mit ihrer SS26-Kollektion „Inner Beauty“ zollt sie Fendis handwerklicher Tradition nicht nur Tribut, sondern setzt sie gekonnt in Szene. Das Innere der Taschen ist nicht länger nur ein Detail – es wird zum zentralen Element.
- Türkis Versuchung: Ein taubengraues Kalbsleder Die Muschel öffnet sich und gibt den Blick frei auf einen kaskadenartigen Wasserfall aus türkisfarbenen Pailletten in drei Formen. Ein atemberaubender Anblick 55 Stunden Meisterhaftigkeit. Äußerlich stumm, innerlich voller Leben.
- Mahagoni und AnemoneDiese Version geht noch einen Schritt weiter in Richtung juwelenfarbener Raffinesse. Reichhaltig Mahagonibraun Leder verbirgt eine glänzende Masse von Anemone lila Pailletten. Es ist wie ein violetter Sturm, der unter Zurückhaltung verborgen liegt – 40 Stunden Stickerei, die nie um Aufmerksamkeit bettelt, sie aber dennoch einfordert.
- Pixel NoirDie kühnste von allen — schwarzes KalbslederÄußerlich minimalistisch, innen pixeliges Chaos. 64 Stunden durch Handstickerei entsteht ein hypermodernes digital Ein Effekt mit mehrfarbigen Pailletten. Das ist keine Tasche. Es ist eine in Code eingenähte Rebellion.
- Gelbe Freude: Hergestellt in Besengelb Aus Kalbsleder gefertigt, verkörpert diese Peekaboo den Frühling in seiner ganzen Pracht. Innen entfaltet sich ein florales Mosaik aus bunten, bonbonartigen Nieten, das an eine Vintage-Gartenparty in leuchtenden Farben erinnert. Chiuri lässt sich von Verspieltheit leiten, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren – etwas, das sie bei Dior selten wagte.
- Cappuccino LimetteÄußerlich unauffällig, innerlich elektrisierend. Das kleine Peekaboo in Cappuccino-Leder öffnet sich und enthüllt hellgrüne rechteckige PaillettenDadurch entsteht ein raffinierter, pixeliger Schimmer. Dieser Film schreit nicht. Er schnurrt.
Jede dieser Taschen enthält die wichtigsten Dinge – Handy, Portemonnaie, Tablet – aber auch ein Geheimnis. Und ausnahmsweise lässt Chiuri die Geheimnisse für sich sprechen.
Das Baguette: Von der Leinwand zur Leinwand
Und dann ist da noch die Baguette. Maria Grazia Chiuris FENDI Baguette ist nicht mehr nur eine Tasche. Sie ist ein leere Leinwand. Buchstäblich.
Ein besonders herausragendes Modell ist aus perforierter Baumwolle gefertigt – der Korpus schlicht, die Oberfläche voller Potenzial. Es wird verkauft als DIY kitKomplett mit FENDI-Stickgarn, Fingerhüten und Nadeln. Nicht im üblichen Luxus-Sinne „personalisierbar“ (Armband, Emoji auswählen). Hier trifft Haute Couture auf Kreuzstich. Handwerk trifft auf Konzept. Ein fertiges Erbstück, das darauf wartet, von Ihnen – oder Ihrem Kind – mit Erinnerungen versehen zu werden.
Es ist nostalgisch, ja. Aber auch radikal. In einem Markt, der von Logos und künstlicher Exklusivität übersättigt ist, schlägt Chiuri etwas gefährlich Reines vor: persönliche Autorschaft. Großartiges Konzept!
Von Diors hohlem Imperium zu Fendis blühender Republik
Diese Kollektion ist mehr als nur Handtaschen. Sie verkörpert Stärke – die Stärke, zu den Wurzeln zurückzukehren, die eigene Handschrift zurückzuerlangen, Fehler einzugestehen (ja, Dior!) und neu anzufangen. Wie Hamlets Dänemark wirkt Dior heute innerlich verrottet – Strategie ohne Seele, Design ohne Risiko. FENDI hingegen hat Chiuri genau das gegeben, was ihr bei Dior gefehlt hat: Freiheit.
Bei FENDI ist sie nicht länger gezwungen, Weiblichkeit intellektuell zu erfassen. Sie darf sie gestalten. Besticken. Sie hinter Kalbsleder und Pailletten verbergen – oder sie wie einen überraschenden Garten in einer eleganten Lederfalte enthüllen.
Das Ergebnis? Taschen, die erst flüstern und dann lautstark auftreten. Stücke, die Luxus wieder persönlich und kraftvoll zugleich machen.
Was als Nächstes kommt – und warum dieser Moment wichtig ist
Maria Grazia Chiuri wird im Februar in Mailand ihre erste vollständige Kollektion für FENDI Herbst/Winter 2026–2027 präsentieren. Doch was sie bisher gezeigt hat – diese wenigen Taschen, diese bewusst provokanten Entwürfe – deutet auf etwas weit Größeres als ein Warm-up hin.
Sie ist nicht einfach nur dorthin zurückgekehrt, wo sie angefangen hat. Sie hat den Sinn des Anfangens überhaupt neu definiert.
Was diesen Moment so einzigartig macht, ist nicht nur die Handwerkskunst – obwohl Pailletten, Pixelstickereien und florale Nietenmosaike mit erstaunlicher Präzision ausgeführt sind. Es ist auch nicht einfach die spielerische Umkehrung des inneren Dramas des Peekaboo oder das selbstgemachte Baguette, das die Trägerin ins Atelier einlädt.
Es ist das konzept Dahinter steht eine radikale Ablehnung passiven Luxus.
In einer Branche, die an KI-generierten Mustern und Hohlheit erstickt branding Mit seinen Übungen bietet Chiuri etwas gefährlich Aufrichtiges an: Intimität. Humor. Unvollkommenheit ist beabsichtigt. Sie fertigt Taschen an, die reagierennicht nur Projekt – DAS KREATIVE KONZEPT. Werke, die mit Kontrolle kokettieren, aber das Chaos belohnen – das Chaos der Farbe, der Handstickerei, der Innerlichkeit.
Das Innere wird zur Geschichte. Die Tasche wird zum Dialog. Und die Frau – die Trägerin – wird zur Autorin.
Das ist kein Rebranding. Das ist kein Comeback. Das ist eine Rückeroberung – des kreativen Instinkts, des Risikos, der Macht des Konzepts über das Kostüm.
Und wenn dies das neue FENDI unter Chiuri ist – verspielt, präzise, zutiefst persönlich –, dann erleben wir nicht nur ein neues Kapitel.
Wir erleben gerade, wie einer Frau endlich erlaubt wird, ihr eigenes Buch… oder ihre eigene Tasche zu schreiben.
Siehe Fendi Baguette Frühjahr/Sommer 2026






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