Thom Browne Frühjahr/Sommer 2026 „Wir kommen in Frieden … und Schneiderei“. Geschichte von Eleonora de Gray, Chefredakteurin von RUNWAY ZEITSCHRIFT. Foto mit freundlicher Genehmigung: Thom Browne.
Manche Designer flirten mit der Fantasie. Andere nicken höflich dem Surrealismus zu. Aber Thom Browne? Er packt es in einen intergalaktischen Koffer, setzt einen riesigen glitzernden Alienkopf daraufund lässt es polternd über das Parkett fallen runway in 10-Zoll-Plattformen mit einer Fusselrolle. Ja, Sie haben richtig gelesen – ein Fusselrolle.
Willkommen im Frühjahr/Sommer 2026, wo der Dresscode lautet: Marsianischer Diplomat trifft auf Privatschuldirektor. Es ist farbenfroh, theatralisch und ein großer Schritt für Browne-Fans.
Unheimliche Begegnung der Thom-Kind
Aussehen: Alien Ambassador, White Edition
Komplett weiße Schneiderei mit charakteristischem rot-weiß-marineblauem Besatz, Plateauschuhe, die auch als Stelzen dienen könnten, und ein glitzernder Alienkopf von der Größe eines Fiat 500. Das Model hielt eine Fusselrolle wie ein Weltraumzepter. Galaktischer Herrscher oder verärgerter Reinigungsmann? Schwer zu sagen – aber die Schneiderei ist makellos. Es ist die Uniform von jemandem, der definitiv für die Erde gekommen ist After-Party im Country Club.
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Wie ein Mille-feuille aus Oxfordhemden, Krawatten, Westen und Mänteln – alles gestreift, alles genäht, alles farbkodiert wie eine menschliche Pantone-Farbkarte. Dieser Außerirdische hat eindeutig zu viel Zeit auf der Erde verbracht und eine Sucht nach adretten Internatsuniformen entwickelt. So etwas passiert, wenn Außerirdische ausschließlich bei Brooks Brothers einkaufen und dann die Fashion Week entdecken.
Schauen Sie: Bubble Trouble
Das Model wurde von einem aufgeblasenen Rock aus verdrehtem, gestreiftem Hemdstoff verschluckt, der einer Stoffwolke ähnelte, die sich ihrer selbst bewusst wurde. Sie sah aus, als wäre sie entweder mitten im Schleudern in einen Wäschekorb gefallen oder würde für eine Rolle vorsprechen. Sturmbildung in einer Wetteroper. So oder so: großes Drama. Und ja, ich halte immer noch die Fusselrolle in der Hand.
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Ein Model mit geometrischem Bob und den Schultern eines Marvel-Bösewichts erschien in einem rosa gestreiften Mantel, der so weit war, dass eine vierköpfige Familie darin Platz gehabt hätte. Darunter? Ein Hemd, eine Krawatte und … ist das eine als Rock getarnte Badematte? Möglicherweise. Alles getragen mit Overknee-Schnürstiefeln in Pastellblau. Irgendwie immer noch schick – in einer Paralleldimension, in der Proportionen optional sind.
Schauen Sie: Königin der Konstellation
Strukturiertes rotes Mantelkleid mit wirbelnden, gepolsterten Anhängseln, die sich wie Tentakel aus Couture-Selbstbewusstsein ausbreiten. Die Silhouette erinnert an Renaissance-Rüstungen, kombiniert mit aufblasbaren Möbeln. Hätte Elisabeth I. über Saturn geherrscht, wäre dies ihr Krönungslook gewesen.



Eine galaktische Komödie in maßgeschneiderten Akten
Tun wir nicht so, als hätte Thom Browne versucht, tragbar zu sein. Diese Kollektion ist nicht für die Stange. Sie ist für die Wände eines Museums, die Pixel eines Metaverse-Laufstegs oder die Träume eines überkoffeinierten Art Directors. Doch hinter den Alienköpfen und aufblasbaren Röcken verbirgt sich Brownes ewige Obsession: Präzisionsschneiderei – überarbeitet, überladen und durch ein schwarzes Loch der Fantasie ausgespuckt.
Die Streifen? Makellos.
Die Stoffe? Couture.
Die Satire? Überragend.
Die Aliens? Überraschend gut gekleidet.
Jedes Model lief mit einer Art kosmischer Entschlossenheit, als wären sie auf einer diplomatischen Mission, um der Galaxie Modefrieden zu bringen – oder zumindest die Erdlinge lange genug abzulenken, um ihre Kleiderschränke zu stehlen.
Und diese Fusselrollen? Das ist kein Witz. Sie sind Requisiten. Sie sind Modewaffen. Sie sind Symbole. Thom Browne macht keine Witze. Er löst visuelle Rätsel und dieses hier lautet: „Ja, ich komme vielleicht vom Saturn, aber ich möchte trotzdem, dass mein Blazer fusselfrei ist.“
Die Erde ist nicht bereit
Thom Browne Frühjahr/Sommer 2026 ist absurd, extravagant und brillant verrückt. Es ist nichts für schwache Nerven – oder schwache Fersen. Aber es is für diejenigen, die Mode als Theater, Schneiderei als Rebellion und Humor als hohe Kunst schätzen.
Wenn Chanel nach den Sternen griff, Thom Browne ging voran und kleidete die Wesen, die dort bereits lebten – in Blazern, Krawatten und Haltung.
Willkommen auf der Erde. Achte auf die Lücke zwischen Realität und Thom Browne.
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